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| Beschlüsse | |||||
Resolution Entschädigung für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen Während des Zweiten Weltkriegs sind rund 10 Millionen Bürgerinnen und Bürger der von Deutschland besetzten Länder - insbesondere solche aus Osteuropa - gezwungen worden, in Deutschland ohne oder nur mit geringer Bezahlung und oft genug unter bedrückenden und erniedrigenden Lebensbedingungen zu arbeiten. Nicht wenige von ihnen mussten in Konzentrationslagern vegetieren oder wurden - wie die damaligen Machthaber das nannten - "durch Arbeit vernichtet". Diejenigen, die nach Kriegsende in ihre osteuropäische Heimat zurückkehren konnten, waren weiteren Verfolgungen ausgesetzt, weil man sie der Kollaboration verdächtigte. Das damalige Deutschland hat mit alledem brutal in das Leben dieser Menschen eingegriffen. Zu viele Unternehmen, in deren Betrieben sie schuften mussten, verhielten sich - von wenigen Ausnahmen abgesehen - gegenüber Appellen, den noch Lebenden wenigstens ein Zeichen mitmenschlicher Solidarität in Gestalt einer einmaligen materiellen Zuwendung zukommen zu lassen, gleichgültig und ablehnend. Auch entsprechende Aufforderungen, die der Bundestag 1990 und 1994 mit Stimmen aus allen Fraktionen verabschiedete, blieben ohne Reaktion. Das änderte sich erst unter dem Druck von Sammelklagen und öffentlichen Diskussionen in den USA, weil nunmehr wirtschaftliche Nachteile zu befürchten waren. Der Parteitag begrüßt, dass Anfang dieses Jahres auf Initiative der Bundesregierung Verhandlungen über eine mit einer einmaligen Leistung verbundene humanitäre Geste in Gang gekommen sind. Leider hat sich bisher nur eine zu geringe Zahl von Unternehmen der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft angeschlossen. Dies ist nachgerade beschämend und überdies geeignet, das Ansehen unseres Landes dauerhaft zu beeinträchtigen. Der Parteitag appelliert deshalb an die in Betracht kommenden Unternehmen, das bisher Versäumte unverzüglich nachzuholen. Dadurch ließe sich eine Gesamtsumme finanzieren, aus der Leistungen an die noch Lebenden erbracht werden könnten, die sich in etwa an den Zahlungen von VW und Siemens orientieren. Der Parteitag appelliert zugleich an alle Beteiligten, die Verhandlungen endlich abzuschließen. Jede weitere Verzögerung bedeutet, dass Monat für Monat Tausende der Betroffenen sterben, ohne eine Anerkennung ihrer Leiden erfahren zu haben. Das darf nicht sein. | |||||